Gesundheit & Krankenversicherung

 

Flüchtlinge sind nicht generell gesetzlich krankenversichert. Das Asylbewerberleistungsgesetz garantiert nur eine medizinische Mindestversorgung. Flüchtlinge können aber nicht einfach zum Arzt gehen. Sie erhalten nur bei dringenden Fällen einen Behandlungsschein für eine Akutversorgung vom jeweils zuständigen Kreissozialarbeiter des Landratsamts Waiblingen, mit dem dann eine Behandlung abgerechnet werden kann. Die Aufnahme in die gesetzliche Krankenversicherung findet erst statt bei:

  • Ausstellung einer  Aufenthaltserlaubnis in Verbindung mit der Meldung beim Jobcenter
    oder
  • Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit unabhängig vom Status

Hinweis

  • Laut dem islamischen Glauben gilt im Ramadan für Kranke das Fastengebot nicht. Sie sind krank und müssen daher nicht fasten. Sie dürfen also auch im Ramadan ihre Medizin, wie vom Arzt verordnet, einnehmen.
» Arztbesuch

Bei Arztbesuchen ist es wichtig, die Symptome möglichst genau zu beschreiben. Mit mangelnden Deutschkenntnissen ist dies eine Herausforderung. Sich besser verstehen, auch ohne die gleiche Sprache zu sprechen, ist deshalb das Ziel des kostenlosen Patienten-Arzt-Booklets „Beim Arzt in Deutschland“. Diese Broschüre ist in fünf Sprachen geschrieben und soll die Kommunikation mit dem behandelnden Arzt, und damit der Weg zur Diagnose, deutlich vereinfachen. Sie enthält zahlreiche Abbildungen und auch einen Abreißzettel mit genauen Anweisungen, wann, wie oft und wie lange ein bestimmtes Medikament eingenommen werden soll.

Zahlreiche weitere Informationen zu Krankheiten, Medikamenteneinnahme, Hygieneregeln… gibt es auf der Internetseite des Vereins für bildgestützte Sprachförderung und Kommunikation e. V..

Weitere Informationen:

» Akutversorgung und Behandlungsschein

Für Arztbesuche von in Schorndorf untergebrachten Asylbewerbern und Geduldeten ist das Landratsamt Waiblingen zuständig. Erster Ansprechpartner ist der zuständige Sozialarbeiter, der entscheidet, ob eine Behandlungsbedürftigkeit vorliegt und gegebenenfalls einen Behandlungsschein ausstellt. Dieser ist in der Regel nur für einen kurzen Zeitraum gültig. Während der ersten 15 Monate Aufenthalt werden nur Grundleistungen genehmigt, dazu zählen:

  • Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzuständen
  • Medizinisch notwendige Untersuchungen und Leistungen bei Schwangerschaft und Geburt
  • Schutzimpfungen
  • Medizinisch notwendige Versorgung mit Arzneimitteln

Ansprechpartner

» Gesetzliche Krankenversicherung

Flüchtlinge sind nicht automatisch gesetzlich krankenversichert. Nur in folgenden Fällen gibt es einen Wechsel von der Akutversorgung zur gesetzlichen Krankenversicherung:

  • Mit der Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sind Flüchtlinge, unabhängig vom Status, über diese Stelle ganz normal gesetzlich krankenversichert.
    Ansprechpartner in diesem Fall: Der jeweilige Arbeitgeber bzw. die gewählte Krankenkasse

oder

  • Mit der Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis sind die Menschen nicht mehr nach dem Asylbewerberleistungsgesetz leistungsberechtigt, sondern nach dem SGB II. Das heißt, sie werden bei Arbeitslosigkeit zu Kunden des Jobcenters und erhalten über dieses eine reguläre gesetzliche Krankenversicherung mit den gleichen Rechten und Pflichten wie alle anderen Kunden.
    Ansprechpartner in diesem Fall:  Jobcenter Schorndorf
    🏠 Karlstraße 15
    ☎ 07181 4004 772
    🕚 Öffnungszeiten

    Montag – Freitag
    Donnerstag
    08.00 – 12.00 Uhr
    14.00 – 18.00 Uhr

Tipp:

  • 💡Für die elektronische Gesundheitskarte wird ein Passbild benötigt. Einige Krankenkassen bieten ihren Kunden an, dieses direkt vor Ort im Kundencenter zu machen.

Weitere Informationen:

» Psychosoziale Beratung traumatisierter Flüchtlinge

Ein Teil der Flüchtlinge ist durch die Erlebnisse in der Heimat oder auf der Flucht traumatisiert. Sie haben ihre gewohnte Existenz verloren und leben plötzlich in einer Gesellschaft, deren Mentalität ihnen völlig fremd ist.
Für diese Menschen ist das Büro der Psychologin Aspasia Mavridou vom Kreisdiakonieverband im Schorndorfer ZiB die erste Anlaufstelle. Dort finden die Hilfesuchenden einen Raum, in dem sie sich sicher fühlen können. Es findet zwar keine Therapie statt, aber in ersten Gesprächen wird herausgefunden, was zu tun ist und an die entsprechenden Stellen vermittelt.  Z.B. arbeitet man mit Traumatherapeuten zusammen, die sich ehrenamtlich engagieren.
Für die Gespräche können auch Dolmetscher organisiert werden, denn es ist wichtig, dass die Leute in ihrer Muttersprache reden, damit sie ihre Gefühle auch richtig beschreiben können.

Ansprechpartner

  • Frau Aspasia Mavridou (Psychologin)
    🏠 Schlachthausstraße 5 (im ZiB)

    ☎ 07181 9376742 oder 0175 602 5397
    📨 a.mavridou@kdv-rmk.de
    📆 Mittwoch nachmittags, Donnerstag ganztags, Freitag ganztags

 

» Schwangerschaft & Geburt

Die Geburt eines Kindes verändert die gesamte Lebenssituation. Der Alltag mit einem Kind macht Freude, kann aber auch belastend sein. Für die Entwicklung eines Kindes sind frühe Erfahrungen besonders wichtig.
Die unten genannten Ansprechpartner unterstützen (werdende) Eltern. Gemeinsam werden Möglichkeiten gesucht, wie man in schwierigen Alltags- und Erziehungssituationen besser mit seinem Kind zurechtkommt.

Alle Informationen und Beratungsangebote sind kostenlos. Es werden unter anderem auch Geburtsvorbereitungskurse und Hebammenberatung angeboten.

Weitere Informationen

Ansprechpartner

  • Stadtverwaltung Schorndorf
    Frau Sabine Daunderer

    🏠 Karlstraße 19 – Arnold-Areal 2. Obergeschoss
    📨 Sabine.Daunderer@Schorndorf.de
    ☎ 
    07181 602-3316
    📆 Termine nach Vereinbarung

 

 
» Gefahr durch Giftpilze

Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover warnen vor den Gefahren giftiger Pilze. Einige Flüchtlinge verwechseln giftige Pilze mit ähnlich aussehenden, essbaren Pilzen aus ihren Herkunftsländern. Grundsätzlich sollten alle Pilzsammler die gefundenen Pilze vor dem Verzehr von einem Pilzsachverständigen bestimmen lassen. Besteht der Verdacht einer Pilzvergiftung, sollte dringend der Notarzt gerufen werden. Zur Erleichterung der Diagnose sollten die Pilzreste und das Erbrochene aufgehoben werden.

⚠ Im Notfall:

  • Gift Notruf Freiburg    ☎ 0761 19240 oder ☎ 0761 2704361
  • Rettungsdienst    ☎ 112

Weitere Informationen:

» Impfungen

Das Robert-Koch-Institut schätzt das Risiko des Imports hierzulande seltener Infektionskrankheiten durch Asylsuchende als gering ein, da Asylbewerber durch das Gesundheitsamt nach § 62 Asylverfahrensgesetz (AsylVfG) auf übertragbare Krankheiten untersucht werden. Einige Infektionskrankheiten können aber bedingt durch die räumliche Nähe der in einer Aufnahmeeinrichtung beziehungsweise Gemeinschaftsunterkunft untergebrachten Asylbewerber und fehlenden Impfungen im Heimatland verstärkt auftreten. Für diese und weitere Erkrankungen stehen wirksame Impfstoffe zur Verfügung. Alle Asylhelferinnen und -helfer sollten daher ihren Impfschutz in Absprache mit dem Hausarzt oder der Hausärztin nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) überprüfen.

Tipp:💡Indem Sie auf Sauberkeit und Hygiene achten, können Sie wesentlich dazu beitragen, sich und andere vor Infektionen zu schützen.